"Mozdulj a klímáért“ in Ungarn

 

 

Ein Interview mit Beata Lugosi,
Koordinatorin der Kindermeilen-Kampagne in Ungarn.

 

Seit 2011 ist Ungarn Teil der Kindermeilen-Kampagne, die dort Mozdulj a klímáért (Bewegen für das Klima) heißt dank einer Partnerschaft des Klima-Bündnis Ungarn und der Umwelt-NGO Reflex. Beata Lugosi, die Koordinatorin der Kampagne in Ungarn, hat uns über ihre Erfahrungen beim Meilensammeln berichtet.


Wie läuft die Mozdulj a klímáért -Kampagne in Ungarn ab?

Heute ist die Kampagne überall in Ungarn bekannt, 2022 haben wir unseren zehnten Geburtstag gefeiert! Jedes Jahr kommen wir auf rund 500 teilnehmende Gruppen und wir können mit Stolz verkünden, dass insgesamt fast zwei Millionen Kindermeilen gesammelt wurden! Die überwiegende Mehrheit der Kinder sind Schüler*innen der Grundschulen, die hier die Klassen eins bis acht umfassen, sodass die Schüler*innen zwischen sechs und vierzehn Jahren alt sind.

 

Seit mehreren Jahren bieten wir einen fünfwöchigen Sammelzeitraum im Herbst an, dabei können die Schulen selbst entscheiden, wie lange sie Meilen sammeln möchten. Während manche Schulen eine Woche lang aktiv sind, nutzen andere alle fünf Wochen – was für ein Engagement! Viele Schulen nehmen außerdem regelmäßig teil und haben die Kampagne fest in den Jahresablauf integriert, sodass alle Schüler*innen über den Klimawandel informiert werden und auch lernen, was wir dagegen tun können.





Was ist deine Rolle als Koordinatorin der Kampagne?

 

Da so viele Kinder und Schulen jedes Jahr Meilen sammeln, entwerfen wir zusätzliche Aufgaben, die die Schüler*innen gemeinsam oder alleine angehen können. Das erlaubt uns auch, jedes Jahr ein bestimmtes Thema zu fokusieren, wie etwa Erde, Energiesparen oder Biodiversität. Natürlich fasse ich auch die von den ungarischen Schüler*innen gesammelten Meilen zusammen und schicke sie an das Europäische Sekretariat des Klima-Bündnis. So können sie zur nächsten Klimakonferenz reisen und die Politiker*innen daran erinnern, aktiv zu werden – genau wie die Kinder.

 

Ein Aspekt, auf den ich mich immer freue, ist es, die Fotos mit allen Teilnehmer*innen zu teilen und so all die kreativen Ideen und außergewöhnlichen Projekte zu würdigen! Zum Beispiel hat eine Lehrerin einen Rock aus alten Krawatten genäht – was für eine fantastische Upcycling-Idee! Vor einiger Zeit wurde einmal ein Mädchen drei Jahre infolge für ihr Engagement geehrt. Kinder und Lehrkräfte mit so einer großen Motivation zu sehen, gibt mir viel Energie und ich freue mich wirklich sehr, für die Kindermeilen-Kampagne zu arbeiten!








Was ist besonders an der Kindermeilen-Kampagne in Ungarn?

Jedes Jahr überraschen uns die Schüler*innen und Lehrkräfte mit fantastischen Ideen, wie sie unseren Planeten zu einem besseren Ort machen können. Wir erhalten großartige Bilder und Fotos von unglaublich komplexen Kollagen, wundervollen Nisthilfen oder z. B. auch Insektenhotels, es werden extra Bäume angepflanzt oder Gemüsegärten angelegt.

 

Außerdem begeistern sich die Kinder für die sogenannten ‚lebenden Fotos‘ – das bedeutet, die Kinder stellen sich so auf, dass sie gemeinsam Worte oder einfache Motive wie Blumen bilden. Das sieht beeindruckend aus und macht großen Spaß! Schließlich haben wir noch eine nachhaltige Alternative zu den Kindermeilen-Stickern gefunden – Stempel! Weil viele Schulen ohnehin regelmäßig teilnehmen, zahlt sich das mit der Zeit aus – sowohl finanziell als auch für die Umwelt.

Was mir außerdem an der ungarischen Kampagne gefällt, ist die Offenheit der Lehrkräfte für Umwelt- und Klimafragen. Umwelt-NGOs und Lehrkräfte sind in Ungarn gut vernetzt und gerade diese Zusammenarbeit trägt zum großen Erfolg der Kindermeilen-Kampagne bei.

 

 


Hier sind einige Eindrücke der Kindermeilen-Kampagne in Ungarn: